Donnerstag, 6. Oktober 2011

Nähfragezeichen Nr. 8 vom 4. Oktober 2011

  


Vorab ein ganz dickes DANKE für Euer warmherziges Willkommenheissen am Mittwoch! Es war ein tolles Gefühl, dass das, was ich zu zeigen und zu sagen habe, für viele von Euch tatsächlich von Interesse ist! Ich finde es wundervoll, dass man sich auf so einfache Weise quasi weltweit unter Gleichgesinnten verständigen und regen Austausch betreiben kann. :-)

Und nun zu meiner ersten Teilnahme am wöchentlichen Nähfragezeichen von Meike:



Meike fragt diese Woche:
Schnittmuster vor dem Stoffzuschnitt vorbereiten
Bevorzugt ihr Mehrgrößenschnitte auf Papier, E-Books oder Schnittmuster in Zeitschriften? Welche Tricks habt ihr, um den Umgang damit zu erleichtern? Verratet Ihr uns Material, das ihr (zum Kopieren) verwendet? Die nötigen Arbeitsschritte sowie Tipps und Tricks?
Ich bin ein echter Hamster, egal ob es um Schnitte oder Stoffe geht. Denn wenn ich eine Idee, Zeit & Lust habe, muss ich SOFORT loslegen können!! ;-)
Ich kaufe mir immer mal wieder Zeitschriften, weil mich die Fülle an Schnittmustern reizt. Ich sprudele dann immer förmlich über an tollen Ideen und Nähvorhaben... Aber oftmals (meistens) wandern diese Hefte dann nach einiger Zeit voller guter Vorsätze in die Sammel-Schuber und werden nur ab&zu wieder zum Durchblättern&Träumen in die Hand genommen. Anhand der Fotos sieht man doch gleich, warum dies so ist, oder? Die Schnittmusterbeilage der Brigitte hat mich dann letztendlich doch vom Nähen des schönen Sommerkleides abgehalten. Die Ottobreschnitte sind da schon viel besser strukturiert!


Aber die Schnitte, die ich mir kaufe und dann tatsächlich auch nähe, sind meistens die Mehrgrößenschnitte von Farbenmix, weil diese so wundervoll übersichtlich sind. Zusätzlich sind auf der Homepage zu jedem Schnitt diverse Designbeispiele in den unterschiedlichsten Stilrichtungen und Kleidergrößen  zu sehen, was es vereinfacht, vorab zu überlegen, ob man die passende Figur für den Wunschschnitt hat (Und Inspiration liefern diese Beispiele auch zuhauf. Wem das noch nicht reicht, der schaut einfach in der Galerie nach, was andere schon aus dem Schnitt gezaubert haben). Und es gibt ausführliche Fotoanleitungen zu jedem Schnitt (und nein, ich bekommen KEINE Provision...;-) ).
Die Nähanleitungen in den Burdaheften finde ich z.B. echt grauselig!! Selbst mit Näherfahrung ist es teilweise schwierig nachzuvollziehen, was eigentlich gemeint ist.
Und es kekst mich fürchterlich an, wenn z.B. in der Burda eine zarte Fee ein undefinierbares Kleidchen trägt, was es auch in großen Größen zu nähen gibt und dessen Schnitt eigentlich auch nur an selbigem zu erkennen ist! grrrrrr....

In den letzten Wochen sind ja Ebooks in aller Munde, bzw. in aller Blogs ;-), gewesen. Ich gehöre auch zu den Lemmingen... (meine Joana demnächst hier in diesem Kino)...
Es ist zwar manchmal mühselig, die Schnitte zusammenzukleben, aber auch nicht aufwendiger, als sie abzumalen (sofern kaum Änderungen vorzunehmen sind). Und der Vorteil ist ganz klar: hat man sich ein Ebook ausgeguckt, kann man es downloaden, ausdrucken und SOFORT loslegen!

Wenn ich Schnittmuster kopiere (was ich ungern tue, aber es muss ja sein...und NOCH ungerner schneide ich allerdings zu...), gehe ich so vor:
Den Wohnzimmertisch freimachen, leichte Kost im TV wählen, die auch durch phasenweise reines Zuhören zu verstehen ist, und Nervennahrung parat stellen.
Dann nehme ich dicke Malerfolie und male den Schnitt mit einem wasserfesten Stift ab. Dabei versuche ich, nötige Änderungen sofort vorzunehmen (ansonsten U.F.O-Gefahr... (UnFertigesObjekt)), messe also parallel die Details am Schnitt und an mir und übertrage sie passend (bei Farbenmix bedeutet das z.B. meistens: allgemein Gr.XL, Ärmel in Gr.XXL). Die Folie lässt sich auch besser am Körper "drapieren" als z.B.Papier, so dass man z.B.Saumlängen schon vorab ungefähr bestimmen kann, um unnötigen Stoffverbrauch zu vermeiden (nicht, dass ich zu wenig Stoff hier liegen hätte...räusper...).
Ich versuche auch daran zu denken, die Nahtzugabe gleich miteinzumalen (auf dem Schnittmuster vermerken!!), weil es dann beim Zuschnitt bedeutend schneller geht.
Die Malerfolie hat den Vorteil, dass man beim Stoffezuschneiden das Muster gut erkennen und positionieren kann und zum Beispiel bei Flutschi-Jersey keine Falte übersieht...
Und sie reisst nicht so schnell wie Papier, wenn man den Schnitt mehrfach nähen möchte.

Die fertigen Schnitte bewahre ich gefaltet zusammen mit dem Originalschnitt in einer Klarsichthülle auf. Eigentlich hatte ich mal angefangen, die Hüllen schön fein säuberlich in einen Ordner zu heften. Aber als der voll war, habe ich noch einiges lose dazugestopft und... nun ja.. mittlerweile lagert die gesamte Hüllensammlung in einer dieser praktischen groooooßen, stehfähigen Einkaufstaschen von L*idl. Auf diese Weise kann man die gesamte Sammlung ganz einfach zum Sofa transportieren, um sie ab&zu vor sich auszubreiten... ;-)

So, und nun gucke ich mal, was die anderen Mädels hier zu dem allgemein verhassten Schnitte-abmalen zu sagen haben!

Edit:
Habe jetzt vermehrt gelesen, dass die Baufolie teuer sei. Ich benutze die mitteldicke Malerfolie! Das sind 15 oder 20qm auf ca. DIN-A4-Größe gefaltet in einer Packung für ca. 4,-€. Die Folienstärke reicht völlig aus! Sie liegt glatt und ist stabil genug, um den Schnitt mehrfach auf den Stoff zu pinnen!

PPS:
Auf Nachfrage von Meike hier noch ein paar ergänzende Angaben:

Ich gucke heute Abend nach, welche Stärke die Malerfolie hat und gebe dann Bescheid.
=> mittelstarke Malerplane,12qm, Stärke 0,03mm

Ich zeichne die normale Nahtlinie UND die Nahtzugabe ein. So kann ich sowohl Anprobieren, als auch einfach zuschneiden. Ich gebe aber auch nur die halbe Füßchenbreite (ca. 7mm) als NZ dazu, das hat sich bei mir am besten bewährt, so brauche ich keine Nahtlinie auf dem Stoff. Ich weiß, das klingt für einige von Euch sehr knapp, aber ich komme so am besten klar.
Ich habe zwei Folienstifte mit Tesa zusammengeklebt und fahre mit dem einen die Nahtlinie entlang, der zweite Stift zeichnet so automatisch eine gleichmäßige NZ ein. Das habe ich mal hier bei Tanja gesehen! Ich finde diese Lösung so simpel und sensationell!
Am Saum zeichne ich die NZ je nach gewünschter Saumart (ob weit umgeschlagen oder knapp mit Spitze abgesetzt oderoderoder) ein.
Die Folie klebe ich zum Anprobieren mit billigem, dünnen Malerkrepp zusammen, das lässt sich leichter wieder lösen als Tesa und ist nicht so piekig wie Nadeln... ;-)

Kommentare:

  1. Danke fürs Mitmachen. Nach der Malerfolie werde ich nochmal schauen, denn ich bin mal an Malerfolie verzweifelt, weil die so dünn war. Die Baufolie ist mir oft zu dick, obwohl sie wirklich praktisch ist, wenn man den Schnitt vorab zusammengeklebt anprobieren will. Beim Knotenkleid hat sie mich gerettet!

    Was ich nicht verstanden habe: Malst du auf der Folie die Nahtzugabe schon dran und schneidest so aus? Beim zusammenkleben zum Anprobieren heftest du dann so, wie der Stoff und nicht aus Versehen die Nahtzugabe? Malst du anschließend die "richtige" Nahtlinie noch auf den Stoff?

    AntwortenLöschen
  2. aber wirklich absolut sensationell mit den beiden zusammengeklebten stiften! ich mal mir nämlich ach nie die nahtzugabe auf und nähe mist kanpper als ich es eigentlich zugeschnitten hab - ein dilemma...

    danke für deinen tipp!!!!

    lg
    halitha

    AntwortenLöschen
  3. Ich nehme meine Schnittmuster auch immer auf der mitteldicken Malerfolie (von Opi) ab, die ist super günstig, stabil und gut aufzubewahren. Hatte vorher die transparente Tischdeckenfolie, aber die war mir dann irgendwann zu teuer, zu undhandlich und die gemalten Linien gingen ab.
    Die Idee mit den zusammengeklebten Stiften ist super, dass muss ich das nächste Mal dran denken (hoffentlich vergesse ich es nicht ;o)). Ich habe die Nahtzugabe bisher immer mit einem großen Geo-Dreieck angezeichnet (1 cm). Das ist schon zeitraubend.
    LG
    Kerstin

    AntwortenLöschen